Bushaltestelle
Die Haltestelle ist nach dem Vorbild einer polnischen Bushaltestelle
gebaut. Es gibt in Polen viele Bushaltestellen, die in ihrer
langjährigen Nebenfunktion (oder Hauptfunktion?) als
Pinwand und informelle Informationsbörse funktionieren.
Mittlerweile ist aber diese Nebenfunktion im Begriff, auszusterben,
unter anderem auch durch die tatkräftige Unterstützung
des weltweit expandierenden Berliner Unternehmers Hans Wall.
Bevor Wall alle Haltestellen des Berliner Öffentlichen
Personennahverkehrs vereinnahmt, mit seinem relativ beschränkten
ästhetischen Vermögen neu gestaltet und positioniert
hat, waren auch hier Bushaltestellen ein Ort des Informationsaustauschs
und des informellen Handel mit vielen privat angeschlagenen
Zetteln. Es wurden Gesuchs- and Angebotstexte und andere
Nachrichten angeklebt, die bei den Fahrgästen während
ihrer Wartezeit auf Bus und Straßenbahn auf Interesse
stießen. Heute werden alle Druck- und Flyererzeugnisse,
die an diese Haltestellen geklebt werden, umgehend von 24
Stunden-Sauberkeitsfirmen entfernt.
Neben den BVG-Informationen bieten die zeitgenössischen
Haltestellen nur noch unberührbare Hinterglas-Werbung
von globalen Unternehmen und Filialketten.
Unsere Station wird da angesiedelt wo sich ein demgegenüber
immer noch ganz besonderer Markt behauptet: Der informelle
Spielzeug- und Automarkt an der Kottbusser Brücke in
Berlin-Kreuzberg. Der Spielzeugmarkt findet jeden Dienstag
und Freitag statt, der Automarkt ist permanent und funktioniert
durch Zettel, die in die Fenster der abgestellten Autos
geklebt sind.

Wir knüpfen an diese Tradition der Zettelwirtschaft
an und schaffen mit unserer Station Wände, Bänke
und ein Dach für einen informellen Handel, für
Informationsfreiheit und niedrigschwellige Angebote und
Nachfragen.
Der Standort befindet sich ab dem 2. Mai auf der gegenüberliegenden
Seite des Imbisses Steinofen Ecke Kolfurter Straße
neben der Kottbusser Brücke.
Eine
Installation von Folke Köbberling und Martin Kaltwasser
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